3 Uhr morgens und ich plagte mich aus meinem Bett, es war wieder mal so weit!Unsere Leidenschaft führte uns auf einen 400 km entfernten 160 ha großen slowenischen Stausee.Um 3 Uhr 45 starteten Hans und ich voll bepackt zur Sebersdorfer BP Tankstelle die als Treffpunkt fungierte. Gleichzeitig mit Nikolaus und Robert betraten wir die Raststadion. Bei einem Truckerfrühstück besprachen wir noch einmal den genauen Fahrtablauf. Mit vollem Magen und geleerter Blase führen wir dann richtung Slowenien.
Nach 5 Stunden, 3 Pausen und unzähligen Zigaretten später durften wir endlich den Grund unserer Reise bewundern.
Das ist nicht mal ein viertel des Sees.
Doch die Bewunderung war nicht von Dauer denn nun ging es ans auspacken und das Tackle musste zudem mit dem Booten zum gewünschten Platz gebracht werden. Schon jetzt war uns bewusst, dass wir viel und wirklich viel zu viel Tackle mit hatten. Dennoch da muss man durch, dachten wir uns und los ging es mit dem Geschleppe. Robert und ich waren für den Bootstransfer zuständig während die anderen zwei das Zeug mit dem Trolly ans Ufer brachten. Nach ca. 3 Stunden konnte dann das Lager er baut werden. Um 15 Uhr durfte ich, dann das erste Mal mit dem Boot aus fahren um Spots zu suchen. Da ich aber keine Plateaus,
Kanten oder andere Hot Spots finden konnte entschloss ich mich mit einer Rute meine Uferkante und mit der anderen die gegenüberliegende Uferkante zu beangeln. Während Hans und ich beschlossen etwas seichtere Stellen zu befischen, entschieden sich Robert und Nikolaus tiefer zu angeln, was sich aber offensichtlich als Fehler herausstellte aber mehr dazu später.
Einige Zeit später wurde dann die Attraktivität der Spots mit einem Futtermix erhöht. Dieser Futtermix wurde aus meiner RED POISON (Selfmade Boilie), Baitservice-Austria Karpfenpellets, Baitservice-Austria Partikel (Mais, Hanf, Gerste) und einen Schuss Baitservice-Austria MEAT Dip zusammengestellt. Dieser Mix wurde großflächig auf die beiden Spots aufgeteilt. Um 17 Uhr lagen die Ruten fix fertig ausgelegt auf dem Rod Pod und der Bissanzeiger wartete nur mehr auf seinen großen Auftritt.
Doch die erste Nacht verlief eher ruhig nur Hansi konnte um ca. 20 Uhr einen schönen Spiegler landen.
Die Morgensonne des 21. April warf gerade die ersten Sonnestrahlen über den riesigen Berg als meine kurze Rute ablief. Durch die extremen Unterwasserhindernisse musste jeder Fisch vom Boot gedrillt werden. Also ab ins Boot und nach einem 10 minütigen Kampf kam der geschuppte Freund ans Licht, ein schöner 5kg Schuppi saugte die doppelte Red Poison ein. Kurze Fotoaktion und ab mit im ins Vertraute.
Nach dem Releasen machten wir uns erst mal eine Tasse Kaffee und sprachen mit den anderen. Ob sie auch eine erfolgreiche Nacht hinter sich hatten, doch das hatten sie nicht, keinen einzigen Piep. Verträumt schlurfte ich meinen Kaffee weiter. Nach der Kaffeepause würden die Spots wieder mit Futter versorgt und die Ruten wurden wieder perfekt abgelegt. Um 12 beschlossen Hans und ich mal den ganzen See auszukundschaften und einige Dreharbeiten zu machen. Als wir gerade mit dem Boot in der Weltgeschichte herum gurkten, hörten wir plötzlich Robert, er schrie meinen Namen, der Blick zum Platz verriet einiges. Robert drillte gerade mit meiner Rute die ich auf ca. 200 Meter mitten in einem Feld voller Hindernis ablegte. Da er von Land drillte war mir klar, dass der Fisch schon irgendwo hängen geblieben war. Also schnell zum Platz die Rute holen und
ab zum Fisch. Beim Fisch angekommen bestätigte sich mein Gedanke und ich hing mit der Schnur irgendwo
fest aber den Fisch konnte ich noch spüren, ich versuchte den Fisch mit aller Kraft an die Oberfläche zubringen und sicher zu landen. Nach ca. 10 Minuten merkte ich wie sich meine Schnur löste und ich wusste ich hatte ihn verloren, der Kampf war verloren. Als ich danach traurig meine Montage einkurbelte bog sich meine Rute plötzlich und ich wusste der Kampf ist noch nicht verloren sondern er beginnt nur von neuen. Schließlich nach einem 25 minütigen Krieg konnte ich einen 9 kg schweren Schuppenpanzer mein eigen nennen.
So sieht es Unterwasser auch aus!
Der restliche Tag und Abend verlief wieder einmal ruhig, nur Hansi hatte drei Runs konnte aber wegen der Hindernisse keinen verwerten, auch die anderen hatten keinen Biss. Gegen 20 Uhr beschlossen wir uns im Medienzelt noch einen Film anzusehen. Kurz bevor der Film zu ende ging würden wir von Hansis Funkbox überrumpelt. Schnell ins Boot und zum Fisch, Hansi wollte diesen Karpfen unbedingt landen und nach 20 Minuten konnte er den Fisch auch sicher über den Kescher ziehen schnell ein paar Fotos mach und wieder zurück mit ihm. Spät nachts legten wir uns dann glücklich in unsere Zelte. Am nächsten Morgen wurden wir
von Nikolaus geweckt der uns sehr unsanft nach der Kamera fragte. Nach einem kurzen Blitzlichtgewitter, durfte Robert den 3kg schweren Schönling wieder entlassen.
Nach dem genüsslichen Frühstück wurden die Futterplätze abermals mit dem köstlichem Futtermix verfeinert. Als die Ruten wieder ausgebracht waren, beschlossen wir uns die Fortsetzung des gestrigen Films anzusehen. Im Medienzelt gemütlich gemacht und auf den Film konzentriert würde ich dann so gegen 10 Uhr 30 von meiner Funkbox überrascht. Ab ins Boot und der Hans brachte mich sicher zum 200 Meter entfernten Fisch. Ein schöner 8kg Spiegler tauchte auf und wanderte sicher in den Kescher. Knab drei Stunden später lief die
gleiche Rute erneut ab und wieder das gleiche, ab ins Boot und raus zum Fisch. Es stellte sich heraus, dass dies der zweite 10+ des Jahres sein sollte was mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Diesen Fisch musste ich einfach Mr. Ash Tray taufen, benannt nach meinem besten Freund der leider durch einen unvorsichtigen Autofahrer starb.
Mr. Ash Tray brachte 12,05kg auf die Waage.
So es war nun Freitag der 22.April. 3 Tage vorbei 2 stehen noch vor uns.
Während ich schon 4 Fische in meine Fangliste eintragen konnte, musste sich Hansi mit der Tatschache abfinden, dass er von 7 Runs nur 2 auf die Matte legen konnte. Robert konnte bis jetzt auch nur einen Fisch landen und Nikolaus konnte nicht mal einen Biss vorweisen. Nun stellte sich die Frage was ich anders mache als die anderen. Alle anderen beschlossen sich am nächsten Morgen einen Futterplatz zu verlassen um einen neuen Spot zu beangeln. Während sich die anderen den Kopf über eine neue Taktik zerbrachen, Träumte ich vor mich hin wie ich einen wunderschönen 25kg Schuppi fange. Plötzlich ein Run ich dachte mir das kann nicht sein, dass ist doch ein Traum oder? Aber nein! Hansi stürmt aus dem Zelt ich hinter her. Als ich mit ihm und dem Boot richtung Fisch fuhr erzählte er mir auch von einem geträumten 20+. Erstaunt fuhr ich weiter.
Beim Fisch angekommen hatte Hansi ihn aber bereits verloren und er hing mit der Montage wieder an seinem “lieblings“ Baumstamm fest. Traurig legten wir uns zurück in den warmen Schlafsack. Kaum eingeschlafen war er wieder da der seltsame Traum vom 25er und abermals vom Delkim aus dem schlaf gerissen, diesmal meine Rute. Raus ins Boot und auf zum erträumten 25er. Doch beim Fisch angekommen stellte sich heraus das ihm geschätzte 21kg für die erhofften 25 fehlen, also zurück mit ihm ins Wasser mit dem Worten: „Schick mir deine Mutter!“.
Endlich wieder im Zelt angekommen, rauchten wir noch eine um diese nächtliche Unruhe ausklingen zulassen. Kaum die Augen geschlossen, verließen einige Single Pieps den Lautsprecher, ich setzte mich auf und blickte zum Rod Pod. Ich dachte mir „Warum Single Pieps und kein vo..“ Vollrun, raus aus dem Zelt und ab ins Boot. Ich sah den Fisch schon von weiten und dachte mir es sei wieder ein kleinerer, selbst als ich ihn über den Kescher zog schätzte ich in auf 8 Kilo, als ich ihn dann genauer sah und aufheben wollte war mir klar das
ist der erste, der erste 15+ im Jahre 2011. Es war vielleicht nicht seine Mutter aber sein großer Bruder der reichte mir auch vollkommen. Meine Heaton Waage zeigte exakt 16 Kilo an. Wir beschlossen ihn für 3 Std. zu sacken um ihm dann in der Morgensonne abzulichten. Glücklich legte ich mich in meine Liege und wusste auch schon wie ich in nennen werde und zwar “Günter“ benannt nach Günter Tuttner (Baitservice-Austria Teamangler), einen guten Freund der uns den Weg und alle Geheimnise über den See verraten hat. Danke dafür!
Der Tag beginnt schon mal gut, dachte ich mir und schlürfte meinen Kaffee und aß dazu eine übergroße slowenische Nugatcremsemmel. Robert und Nikolaus konnten in der Nacht wieder mal keinen Fisch landen und Hansi hatte wieder mal einen verloren. Es kam mir so vor als würden die anderen vom Pech verfolgt sein. Während sich die anderen verzweifelt neue Spots suchten genoss ich die Morgensonne und machte ein paar Naturaufnahmen.
Nach der Spotsuche würde dann mal gut gekocht, man will ja schließlich nicht verhungern. Vormittag, Mittag, Abend und Nacht verlief bei mir sehr ruhig für meine Verhältnisse zu ruhig. Aber was soll man machen, ich konnte es nicht mal aussprechen, denn wie sagt man zu jemanden der erst eine oder sogar gar keinen Fisch gefangen hat, dass es einen Anfuckt das nichts geht. Also blieb ich still und hoffte vor mich hin. Natürlich fand ich es schade, dass die Beiden nur einen Fisch landen konnten. Und Hansi hatte nun auch schon 8 Carps verloren, wobei einer davon wahrscheinlich meine 16 kg Marke geknackt hätte.
Aber er konnte im laufe des Tages 4 Carps landen.
Hier die zwei schöneren:
Nun die Nacht brach herein und was macht mal als frustrierter Jugendlicher, man zündet alles an und tauft es aus Rechtfertigung Osterfeuer um keine Straftat zu begehen, welch gefinkelter Idee. Nun gut, nach 20 Minuten verliert man das Interesse an so einem Feuer und man findet sich im Entertainment-Zelt wieder. Man sieht sich wieder irgendeinen Film an und hofft, dass man bald vom Bissanzeiger aus dem Zelt geschmissen wird. So war es auch etwas später, so gegen 22:45 blinkte meine Funkbox um ihr leben und ich lief zum Boot, beim Boot angekommen ging es wieder mal zum 200 Meter entfernten Fisch. Nach 15 min. sahen wir
dann eine ca. 10kg schwere Kampfmaschine, 5 min. später wanderte er sicher in den Kescher. An Land angekommen würde der Kollege dann erst mal gewogen, er brachte stolze 11,70 auf die Waage, was bedeutete, dass es der vierte 10+ des Jahres sei. Kurz nach dem ich den 10+ entließ, lief meine zweite Rute ab. Nach einem 10 minütigen Kampf konnte der 9,70 schwere Schuppi abgelichtet werden. Ich beschloss in dieser Nacht nicht mehr zu Angeln und wollte die anderen einmal aufholen lassen.
Am nächsten Morgen wurde ich dann von lauten Worten geweckt. Nikolaus hatte gerade seinen ersten Karpfen auf der Matte. Ein schöner 6 Kilo Spiegler, schnell einige Fotos gemacht und ab mit ihm in das vertraute Wasser. Die letzten 24 Stunden brechen an und jeder konnte bis jetzt Fische landen. Auch ich fing am letzten Tag noch einen mittelmäßigen Spiegler. Hansi konnte am letzten Tag auch noch 3 Carpos auf die Matte legen.
Die letzte Nacht bricht ein und wir bereiteten uns schon Seelisch auf die morgige Heimfahrt vor. Nach einem gemeinsamen Abendessen, redeten wir noch einmal über die vergangen Woche und stellten fest, dass dies kein Wort je erklären wird. Selbst dieser Bericht ist nur ein kleine lächerlicher Versuch so etwas zu erklären, jeder sollte diesen See einmal besucht haben. Kein Bericht wird diesen See so darstellen wie er in Wahrheit ist. Nach dieser Erkenntnis begaben wir uns in Schlafposition. Hansi und Ich rauchten noch eine und schliefen
glücklich ein.
Am nächsten Morgen erzählte uns Robert und Nikolaus das Sie seit 2 Uhr morgens nicht mehr geschlafen haben weil, sie mehrere Runs hatten. Robert konnte auf seien neuen Spots 2 Carps landen während er einen verlor. Nur Nikolaus konnte leider keinen seiner zwei Runs verwerten.
Um 9 Uhr morgens wurde der Platz, dann langsam aber sicher geräumt. 5 Stunden später fuhren wir dann voll bepackt mit tollen Sachen nach Hause.
Wir ziehen weiter aber kommen wieder!
Im Großen und Ganzen betrachtet war es eine wunderbare Woche, jeder konnte Fische fangen, der eine mehr der andere weniger. Ich konnte 9 Karpfen in das Keschernetz ziehen mit einen Durchschnittsgewicht von 9,35kg und konnte sogar meinen ersten 15+ des Jahres fangen. Dieser See sieht mich mit Sicherheit wieder. Am Schluss möchte ich mich noch bei Markus de Buigne für seine Top Produkt bedanken
und natürlich auch bei Günter Tuttner, der uns auf diesen See brachte.
Thanks for reading and
always catch & release
Alexander Oswald
Carp Gods Team - Austria
UNITED WE STAND, DIVIDED WE FALL!
